Alles neu macht der Mai: News aus Kirchberg

Liebe Freundinnen und Freunde!

Auch wir Schwestern im Kloster Kirchberg verfolgen die Vorgänge rund um das Corona-Virus aufmerksam und spüren die leidvollen Auswirkungen der Pandemie.

Dass wir über Wochen keine Gäste empfangen konnten, bedeutet für uns nicht nur einen finanziellen, sondern zugleich menschlichen Verlust. Auch wenn wir mit vielen von Ihnen auf unterschiedliche Weise in Verbindung stehen: Der leibhaftige Kontakt, das direkte Gespräch fehlen uns.

So freuen wir uns sehr, dass wir Ende Mai wieder die Türen unseres Gästehauses öffnen können. Die Weitläufigkeit unseres Klosters kommt uns in diesem Fall sehr zugute, und wir sind sicher, dass bei allen Vorschriften Begegnung von Angesicht zu Angesicht und das Beisammensein gut möglich sind.

Gesundheit und Menschlichkeit, diese beiden Werte scheinen in diesen Tagen schwer miteinander vereinbar zu sein. Immer wieder gilt es zu fragen, ob der Verlust auf der einen Seite nicht den Gewinn auf der anderen Seite übersteigt. Wir laden Sie ein: Fragen Sie mit uns! Kontaktieren Sie uns! Und: Schauen Sie auf Ihre Gesundheit und auf die Menschlichkeit!

Das wünschen wir Für Sie von uns Für die Seele!

Für Sie:

Kraftquelle Stille
Mi, 03.06. –  So, 07.06.
Mit Elisa M. Jodl
Kontemplationstage im Frühsommer

Meditative Tanztage
Mi, 01.07. – So, 05.07.
Mit Ulli Bixa
Tanz als Gebet

Kontemplative Exerzitien
Di, 14.07. –  Mo, 20.07.
Di 21.07. – Mo 28.07.
Mit Birgit Schmidt
Be still

Von uns:
Nachdem die Infektionszahlen in Österreich mittlerweile erfreulich niedrig sind, können wir unser Gästehaus, den Regierungsverordnungen entsprechend, mit 29. Mai wieder für Sie öffnen. Für den erforderlichen Abstand ist dank der großzügigen Klosterräume gesorgt.

Wir freuen uns sehr, dass Eva Rolnik sich dazu entschlossen hat, ab sofort mit uns zu leben und unsere Gemeinschaft zu ergänzen und zu bereichern. Und sie freut sich auf das Kennenlernen mit Ihnen!

Um trotz der vielen Einschränkungen gut in Kontakt mit Ihnen bleiben zu können, finden Sie uns ab sofort auch auf Facebook. Suchen und liken Sie uns unter Dominikanerinnen – Kloster Kirchberg. Empfehlen Sie uns auch Ihren FreundInnen weiter!                                                

Für die Seele:

Dominikanische Spiritualität und Theologie V

 Johannes B. Brantschen OP (*1935, Randa, Schweiz)

Johannes B. Brantschen gehört zu den wenigen Autoren, die es mit einem theologischen Buch auf die Bestseller-Listen schafften. Sein wohl bekanntestes Werk „Warum lässt der gute Gott uns leiden?“ wurde nicht nur ein zweites Mal aufgelegt, sondern auch in mehr als fünf verschiedene Sprachen, darunter ins Koreanische übersetzt.

Sein Leben widmete der Schweizer Dominikaner überwiegend der Theologie: Zunächst als Assistent, danach als Professor für Dogmatik an der Universität im schweizerischen Fribourg. In seinen Publikationen beschäftigt sich Brantschen neben der Frage nach dem Leid auch mit dem eschatologischen Thema einer christlichen Hoffnung, die das Handeln im Jetzt trägt und prägt.

Seine Überlegungen zum den Umgang mit leidvollen Situationen können für die aktuelle Krisenzeit wegweisend sein:

Die erste Antwort, so Brantschen, auf das Leid ist immer der Trost:
„Wer den Schmerz des Leidenden ernst nehmen will, muss sich eingestehen: Ich kann dir nicht zurückgeben, was du verloren hast; ich kann dir nicht wegnehmen, was dich leiden lässt, aber ich bin bei dir. Echter Trost verscheucht das Leiden des Leidenden nicht, aber der Tröstende hält eine Hoffnung wach, die dem Leidenden im Augenblick nicht möglich ist.“

Dabei ist ihm wichtig, dass der Trost das Leid nicht verharmlost, sondern das Leid und die Leidenden ernst nimmt:
„Trösten ist eine schwierige Kunst. Das Ausmaß der Trauer und Trostlosigkeit in der großen Welt, scheinen in keinem Verhältnis zu stehen zu den kleinen Möglichkeiten, einander zu trösten. Wir müssten denn auch oft mutlos unsere Hände sinken lassen, wären wir nicht getragen von der großen Hoffnung, dass Gotte am Ende der Tage alle Tränen trocknen wird. Diese Hoffnung gibt uns den Mut und die Ausdauer, das heute Notwendige zu tun.“

Die Frage nach dem Leid (und nach Gott) stellt sich daher primär von innen und kann von außen nicht adäquat beantwortet werden:
„In der Arena wird gelitten, geschrien, geklagt, geflucht, geweint – und vielleicht auch gebetet, aber in der Arena wird nicht über das Leid spekuliert. Es ist eine seltsame Erfahrung, dass Leiden zuweilen ein größeres Problem für den Beobachter als für den Leidenden selbst ist. So meinte Karl Rahner am Ende seines Lebens: Die Unbegreiflichkeit des Leides ist ein Stück der Unbegreiflichkeit Gottes.“

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